Opel GT


Resultat: beide Hände haben tiefe Furchen von den mikrokleinen und dann auch noch zur Sicherheit verklebten Schrauben. Aber dafür hat der Alukasten jetzt 8 GB Platz im Frontallappen.

Von Hanoi aus ging unsere Reise weiter in die Ha Long Bucht, die nach kurzer Fahrt mit dem Bus eigentlich gar nicht so weit entfernt war. An der Anlegestelle war unglaublich viel los und nach kurzer Wartezeit durften wir auf unser Schiff. Also das Schiff, auf dem wir mindestens die nächsten sieben Stunden verbringen sollten. So lange dauerte es jedenfalls, bis wir über das Wasser zwischen den Bergen zu unserem Ziel schipperten. Es gab zu unserer Überraschung unglaublich gutes Essen auf dem Kahn und nachdem wir dieses einbauten, legten wir auch schon wieder an. Grund hierfür war die Hang Dau Go, eine Tropfsteinhöhle also, die mindestens so groß war, wie sie bunt durchgeleuchtet ist. Nach dem kurzen Erkundungsspaziergang und dem ganz okeen Ausblick vom Hoch des Felsens um die Höhle, belagerten wir wieder das Schiff und machten uns wieder auf den Weg zwischen einigen der ungefähr 2.000 Bergen hindurch zu unserer Nachtstätte.
Für den nächsten Tag haben wir uns den Besuch einer Insel vorgenommen, auf der die direkte Front zu den Affen verläuft. Von ihnen wurden wir anfangs recht freundlich empfangen und nach einigen zoologischen Grundreaktionen, machten wir uns auf den Weg dahin, wo wir eigentlich schon mal waren. Auf einen Felsen aus der Bucht. Im ersten Versuch war alles einfach und wir flanierten so lange durch die Höhle mit leichter Steigung, bis wir Luft, Himmel und schlussendlich den kompletten Überblick nach »Draußen« hatten. Beim zweiten Versuch blieben wir im Draußen und bestiegen das Ding auf seiner Ummantelung, über unglaublich spitze Steine, zwischen Bäumen durch bis auf den Gipfel. Jedenfalls fühlte es sich an wie ein Gipfel. Nur ohne Flagge. Ausblick war ok, kurz Ausruhen und wieder runter zum und auf das Boot.
Wir machten uns anschließend auf den Weg zum Festland und durchquerten in der Sache noch einige Stunden lang die unterschiedlichsten Berge mit dem gemieteten Semikreuzer. Zwischen den Hügeln gab es kleine Siedlungen, ja fast Städte, so richtig mit eigener Infrastruktur. Jedenfalls sind das die Fischerhäuser auf denen die Menschen nicht nur für einen Zeitabschnitt wohnen, sondern auf ihren Hausbooten oder Kunstinseln gleichzeitig vom geangelten das ganze Leben bestreiten. In der Rolle fahren sie auch nicht zum Supermarkt, sondern werden vom Supermarkt besucht. Der sieht aus wie ein kleines Ruderboot und fährt mit der Frischeladung von Haus zu Haus. Eigentlich ziemlich gemütlich, einfach, aber vor allem ruhig.















Wenn nicht’s davon gelogen ist, zählt Celsius irgendwas um die 30 Grad, reinstes Blau im Himmel und auf Schlossgartens Boden sind auch noch freie Plätze.






Es ist laut in Hanoi.
Der Taxifahrer lies auch nach fünf Minuten nicht locker und war mehr als glücklich, als wir uns dann doch von ihm haben in die Stadt fahren lassen. Der Flughafen liegt ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt vom Stadtzentrum entfernt und irgendwann, nach einer kurzen Diskussion um den Fahrpreis und dem anschließenden Wechsel in ein anderes Taxi, setzen wir unsere kleine Gruppe dann auch in Bewegung. Der eigentliche Taxifahrer war ein anderer, der im Gegensatz zum Vermittler, der uns am Flughafen aufgabelte, kein Englisch sprach. Wir lasen in einem Buch auf dem Flug nach Vietnam, dass es in Hanoi aufregend sei, eine Straße zu finden, da die Straßennamen von Häuserblock zu Häuserblock unterschiedlich seien. Keine Ahnung, wie man das als Taxifahrer ohne Navi so macht. Jedenfalls kamen wir nach einer knappen Stunde ungefähr da an, wo wir auch eigentlich hin wollten. Unsere Ohren hatten sich bis dahin an das dezibellastige Grundrauschen der Stadt gewöhnt. Das erste was wir bis dahin lernten war, nicht für jeden Schlag auf die Hupe, gibt es auch eine Erklärung. Jedenfalls drückten die Menschen da öfter auf die Hupe, als sie in den Gängen rumschalten.
Die Temperatur war knappe zehn Celsiusgrad kälter, ein wenig Regen war in der Luft und angekommen sind wir in der Dunkelheit. Auf unserer Fahrt ins Zentrum lernten wir neben den einen Gewohnheiten auch die Straßenordnung kennen. Auch hier: hupen! Wenn rechts vor links die Anfängerregel ist, ist Hanoi mindestens für Fortgeschrittene. Hier ist alles im Fluss. Wer an Kreuzungen bremsen kann, macht das auch meistens, ansonsten gilt eigentlich nur fahren und ausweichen. Wenn möglich. Ampeln gibt es auch und oft sind diese auch in Betrieb und werden beachtet. Das ist die gute Nachricht. Neben den wenigen Autos, dienen Roller oder davon abgekupferte Exemplare als Fortbewegungsmittel. Fortbewegungs- und Transportmittel. Denn neben einer vier- bis fünfköpfigen Familie finden auch noch Tiere und eine Hand voll Möbel, o.ä. Platz auf oder um’s Gefährt. Jedenfalls fehlt es nicht an Kreativität und Orientierungslosigkeit beim Bestücken.
Der erste Eindruck von der Stadt ist auch der letzte. Irgendwo zwischen aufgewühlt, chaotisch, unruhig, laut und kalt.







Der Flughafen in Chiang Mai ist klein und beim Betreten hat man im ersten Moment das gute Gefühl, dass alles organisiert ist. Beim Reingehen wird der Körper und auch das Gepack durchleuchtet. Die Taschen bekommen farbige Anhänger, die als Sicherheitsmerkmal dienen. Als wir die Taschen aufgaben, machte sich der Verdacht breit, dass wir bereits beim Einchecken die gesamte Belegschaft der Fluglinie zu Gesicht bekommen haben. Es dauerte jedenfalls nicht lange, bis wir über das Rollfeld in ein Flugzeug ohne Turbinen, dafür aber mit Propeller krabbeln durften.
In der gleichen Maschine landeten wird auch einige Minuten, vielleicht eine Stunde, aber nicht länger, in Luang Prabang in Laos. Das Wetter war eher so mittel – außer die Temperatur, die war hoch – und schon bei der Einreise drückte man uns für ein paar lausige Dollar das Visum in den Pass. Wahrscheinlich waren es 30 Dollar, die das alles kostete, jedenfalls konnte man im ganzen Land mit US-Dollar bezahlen, wie wir auf dem Flug im Lonely Planet lasen.
Vor der Tür wartete ein Taxi auf uns, und anschließend wir mit dem Taxi auf die anderen. Mit leeren Sitzplätzen das motorisierte Dings in Gang zu setzen, wäre schließlich absolute Verschwendung. Als wir dann alle vollzählig waren, fuhren wir die Straße vom Flughafen in Richtung Zentrum und wurden auch schon unmittelbar danach rausgelassen. Unsere Unterkunft lag ein paar Kilometer außerhalb des Zentrums, in dem wahrscheinlich alle anderen Menschen gastieren. So zumindest war unser Eindruck, als wir das Foyer des prunkenen Tempels durchschritten und man uns auf der anderen Seite des dort stehenden Tisches nicht verstand. Egal, wir zeigten kurz die Buchungsbestätigungsmail und wurden umgehend auf ein Zimmer im ersten Stock bugsiert. Unser Eindruck war, dass wir die einzigen Gäste sind, die zu der Zeit in diesem Hotel schliefen und unser Eindruck täuschte uns nicht. Da es in der näheren Umgebung des Hotels keine Möglichkeit gab sich mit ess- und trinkbaren Sachen auszurüsten, machten wir uns auf den Weg in das Zentrum und stellten dabei fest, dass die Bude einen kostenlosen Shuttleservice anbietet. Beim Zusagen merkten wir dann nochmal, dass wir uns gegenseitig ja nicht verstehen, Finger und Hände aber auch irgendwie zielführend sein können. Jedenfalls hatten wir ab diesem Zeitpunkt einen Privatchauffeur, der uns nicht nur in die Stadt fuhr wann wir wollten, sondern uns auch zu vereinbarten Uhrzeiten wieder abholte.
Überall, wo auch nur ansatzweise mit Touristen zu rechnen ist, werden bei Anbruch der Dunkelheit Zelte aufgeschlagen, Teppiche ausgerollt und Sachen auf Nachtmärkten an den Mann gebracht. Das war nicht nur in Thailand so, das ist auch in Laos so und wird auch in Vietnam und Kambodscha nicht mehr anders. Der Andrang ist jedenfalls nicht zu unterschätzen und so ist die Wahrscheinlichkeit auch groß auf Menschen zu treffen, die einer der eigenen sehr ähnlichen Kultur entstammen. Mein persönliches Inferno der Gefühle war eine Frau, die der Verkäuferin auf dem Nachtmarkt auf gebrochenem sachsenenglisch klar machte, dass es sich bei der Naht der zu verhandelnden Tasche um einen »Kreuzstich« handelt und sie das auch macht.
Am nächsten Morgen – die Nacht war aus Gründen einer der ruhigsten – verließen uns dann noch Wasser und Strom, sodass wird nicht nur die Sachen machen konnte, die man so macht, wenn man aufsteht und rausgeht, sondern sie auch noch vom versprochenen Frühstück nichts mehr wissen wollten. Die Belegschaft hat sich über Nacht dann auch noch um unseren Privatchauffeur reduziert, der einen hoffungsvollen Teil Englisch sprach und uns am ersten Tag auch schon freundlich aufs Zimmer brachte. Egal, nach einigen Stunden, vielen Telefonaten und einem Schraubendreher im Sicherungskasten lief alles wieder rund und wir zogen durch Luang Prabang und tranken Café in einem Raum, dessen Wände mit hunderten Ausgaben der National Geographic tapeziert waren.
Da man sich in Luang Prabang nicht über zu weite Wege zum Wasser beschweren kann, entschlossen wir uns kurzfristig für eine Fahrt über den Mekong zu den Pak Ou- oder Buddha Caves. Die Fahrt dauerte anderthalb Stunden und am Ufer waren neben unendlich vielen Wasserbüffeln, anderen Tieren und Menschen auch so eine Hütte, in der wir hielten, in der jemand von sich behauptete Whiskey zusammenzumixen. Sein spezieller Mix bestand aus 100% Whiskey und 1 Tier in der Flasche. Wahlweise in den Geschmacks(?)richtungen Schlange, Kakerlake oder Spinne. Da waren Leute, die machten kein Geheimnis aus ihrer Neugierde und tranken das. Cheers. Jedenfalls fuhren wir weiter und dockten an, als wir so eine Höhle sahen. Die Höhle war ok, ein paar Stufen gab es auch, aber vor allem stand die ganze Bude da voll mit kleinen Buddha Figuren, von denen einige schon ganz ordentlich Staub angesetzt haben, andere aber auch nicht hätten neuer sein können. Ganz nett jedenfalls und so machten wir uns dann auch wieder auf den Heimweg.
Tempel gab es natürlich auch reichlich, aber das muss man ja nicht alles aufschreiben. Essen war auch ok, bis auf Laab. Ich las, dass man es auf GAR-KEI-NEN Fall verpassen sollte in Laos Laab zu essen, weil das sowas wie typisch sein soll. Jedenfalls war ich eines abends ultrakühn und bestellte mir diesen Teller Laab und erhielt dazu einen Reiskorb voll Reis. Es sah lecker aus und eigentlich gibt es auch nicht mehr zu erwähnen, bis auf den Hund, der im Restaurant ständig an unseren Tisch kam und am Ende der Vorstellung ca. 85% meines leckeren Laabs in seinem Magen aus dem Restaurant getragen hat. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich das schlechtest zubereitete Laab versuchte zu essen, aber mit Ausnahme einer Hand voll Gramm Tofu befand sich in dem grünen Berg nichts, außer Koriander. Und soweit mein Magen weiß, verträgt er das am besten als Gewürz und nicht als Gewürzträger.
Laos ist schön.

























Alles fing an einem Samstagmittag und einer Temperatur von 30 Grad Celsius an. Landung in Bangkok, Schlafen in Bangkok und Abfahrt aus Bangkok. Im nördlich gelegenen Chiang Mai, da wo vermutlich Elefanten sind und die Landschaft ungefähr so gut ist wie auf dem Dach, sammelten wir uns zusammen und machten uns auf den Weg durch die Stadt. Alles sah so schön aus, manches so dreckig, aber alles irgendwie liebevoll – trotz des organisierten Chaos auf den Straßen. Neben den vielen Menschen, sahen wir auch diese Holzmasten, die neben den Straßen mit unzähligen Kabeln behängt waren. Und dann auch noch diese Megafonlautsprecher überall. Kaum zu glauben, aber da schallt abends die Hymne und alle (zu sehenden) stehen still und machen nichts mehr außer rumstehen. Aber egal, zurück zu den Kabeln, die da so rumhängen. Denn trotz der furchtbar durchdachten Anordnung der Kabel – kein Mensch kann wissen – gab es auch nur je einmal ein Problem mit fehlendem Strom. Und das Internet, das ja auch irgendwie Strom braucht, auf der Reise eigentlich auch keine Rolle spielte, aber dennoch unheimlich auffällig war, das Internet war immer da. Also auch da, wo eigentlich keins sein sollte, wo man keins erwartete und alles. Aber viel mehr und viel besser war es, dass kein Mensch sich auch je nur ein bisschen Gedanken über die Kassierung von Dings für die Nutzung vom Internet machte. Also jeder konnte, wie er auch wollte, sein Internetgerät rausholen und Sachen machen, ohne dafür irgendwas zu brauchen, Code oder Geld oder sowas. Unheimlich praktisch, wenn Sachen einfach so funktionieren. Wird man in Deutschland nicht verhaftet, wenn man sowas funktionieren lässt? Oder wenn ich da als Beispiel so an die europäischen Hotels denke, in denen man entweder doof oder wohlhabend oder beides sein muss, um auch nur halbwegs teilhaben zu dürfen am fiesen Cyberspace, ich könnte mich grade wieder in der Hängematte umdrehen oder einen Bananenrotee essen oder was mit Ananas. Aber egal. In Chiang Mai jedenfalls gibt es alles, was man sich wünscht. Ein bisschen Religion oder an jeder Ecke, gutes Essen, klangvolle Tuk-Tuks, Ruhe aber auch Krach und ein bisschen Chang Beer.